Pilgerwandern
auf dem spanischen Jakobsweg

So hab ich meinen Startpunkt ( Puerto de Somport) erreicht:
Landshut - München - Paris Est € 70.45 (mit Bahn-Card + Railplus)
Auf der Fahrt nach Paris bekomme ich vom Zugbegleitpersonal gute Infos zum Umsteigen in Paris !
In Paris mit der Metro 5 (€ 1.20) nach Austerlitz (8. Station, Richtung Place d'Italie).
Von Austerlitz (interessanter Bahnhof mit alter Eisenkonstruktion) im Liegesitz € 50.70 nach Pau, weiter nach Oloron Ste Marie € 6,60. Hier mit Bus (bezahlt nach Canfranc Estación wegen unsicheren Witterung 8.00 €) zum Somport-Paß.
Ankunft ca. 10:30 Uhr

Übersichtsplan

1. Etappe: (30.04.2004) Von Puerto de Somport nach Jaca (30 km)
Gegen Mittags komme ich mit dem Bus am Pass an. Die Sonne scheint, ich will meine Pilgerwanderung am Somportpass (1632 m) beginnen. Vorsorglich habe ich meine Fahrt bis nach Canfranc Estación (1180 m) bezahlt.
Ich suche den Pilgerweg, dieser ist aber nicht zu begehen, er endet nach wenigen Meter im Schnee.
Deshalb mache ich mich auf der Nationalstrasse 330 Richtung Jaca auf den Weg, breiter Seitenstreifen, wenig Verkehr. Das erste (Pflicht-)Foto mache ich vom Kilometerstein "858 km Santiago".
Da habe ich mir ja was vorgenommen!
Unterwegs kurze Schneeschauer, Regen, und Sonne. Der Marsch auf der Nationalstrasse hat den Vorteil, dass ich noch am gleichen Tag nach 30 km die Herberge in Jaca erreichen kann.
Dort der erste Erfahrungsaustausch mit anderen Pilgern, Einkaufen, das erste Abendessen in der Küche selber zubereitet. Die Herberge ist sehr schön, gut ausgestattete Küche, große Zimmer, keine Etagenbetten.

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2. Etappe: Von Jaca über Puenta la Reina de Jaca nach Arrés (32 km)
Heute bin ich mit einer netten Gruppe unterwegs, mit Roberto (Brasilien), Anne, Jean Claude, Jeanne, Christiannes (Frankreich). Sehr schöne Wanderung nach Arrés, kurz nach Puente La Reina de Jaca auf einem Höhenweg zu einer Wehrturmruine mit Pilgerherberge ("neue" Herberge seit 2001, sehr schön aber eng, etwas besonderes!)

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3. Etappe: Von Arrés nach Ruesta (30 km)
Heute Nacht starker Regen. In der Früh Aufbruch bei herrlichem Wetter. Nachmittags leicht bewölkt, ein paar Tropfen.
Tipp: Nicht gleich bei den ersten Tropfen den Regenumhang hervorholen, meist hört es gleich wieder auf !!
Die Täler sind herrlich grün, die Badlands sind besonders wirkungsvoll.
Bin zunächst mit Roberto aufgebrochen, ab Artieda gehe ich alleine weiter. Zwei Furchen muss ich durchqueren. Mein Ziel ist die Herberge in Ruesta. Die Pilgerherberge ist mehr Hotel, hier haben Busgäste mehr Rechte. Abendessen gut, Frühstück mini und teuer, Schlafgelegenheit sehr eng. Hier treffe ich auch wieder die Freunde von gestern. Ruesta ist ein verlassenes, erst seit einigen Jahren wieder erstehendes Bergdorf.

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4. Etappe: Von Ruesta nach Sangüesa (21 km)
Einsames Bauernland., Sangüesa ist reiner Jakobsweg. Wieder mit der französischen Gruppe unterwegs.
Leichter Weg, aber starker böiger Wind, ich habe zunächst vor, weiter nach Izco zu gehen, gebe aber wegen des unklaren Wetters die Absicht auf. Pilgerherberge der "Hijas de la Cardad", ein sozialer Orden; Schlüssel und Anmeldung im Altersheim um die Ecke.
Schöne Unterkunft, gute Küche, gute Einkaufsmöglichkeiten.
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5. Etappe: Von Sangüesa nach Monreal (25km)
Sehr einsame Etappe. Hab mich jetzt einer deutschen Gruppe angeschlossen. Michael ist schon seit Le Puy (Frankreich) auf dem Pilgerweg. Karlheinz (war mit riesiger Ausrüstung unterwegs, Zelt, Gaskocher ..), Robert, Anni und Bärbel, schön dass ich Euch kennengelernt habe!

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6. Etappe: Von Monreal nach Puenta La Reina (28 km)
Der Weg ist wegen der schlechter Witterung sehr schwierig, ich gehe lange einen Hang oberhalb der Orte entlang (bis Ucar), nicht gefährlich, aber ein Ausrutscher und ich würde im Dreck liegen - hier sind Wanderstöcke sehr von Vorteil. Sehr schöne Aussicht, auch auf Pamplona.

Dafür die Entschädigung: die Kirche Ermita de Santa Maria de Eunate:
Die Kirche steht völlig einsam in den Feldern ca 2,5 km vor dem Dorf Obanos.
Ich besichtige die Kirche, im Innern leise Musik, ich bin unwahrscheinlich berührt, aufgewühlt, setze mich auf eine Bank, werde ruhig und bete; auch den anderen Mitpilger geht es ähnlich, wir marschieren still weiter.
Ich sage zu mir, für den Besuch dieser Kirche hat sich die Pilgerreise bereits gelohnt !!


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7.Etappe: Von Puenta La Reina nach Villamayor de Monjardín (29 km)
Verlasse die Stadt über die berühmte Pilgerbrücke - wieder landschaftlich sehr schöne Wanderung.
Treffe Erni mit Tochter Romana aus Salzburg. Nette Unterhaltung, nach 3 Stunden trennen wir uns, ich will schneller gehen, um noch einen Platz für uns in der Herberge zu bekommen.
Ich komme nach meiner Meinung in der richtigen Ortschaft an und suche die Herberge. Finde sie nicht und frage in einer Bar nach der Herberge. Dort wird mir erklärt, dass ich falsch und zu weit gegangen bin (wahrscheinlich bin ich in Luquin, hier sind auch gelbe Pfeile, ich hab die Abzweigung nach Villamayor übersehen)
Der Barbesitzer erklärt sich bereit, wenn ich einen Kaffee trinke, mich zur Herberge mit dem Auto zurückzufahren. Ich trinke meinen Kaffee, da kommt auch Erni mit Tochter in die Bar. Auch sie trinken ihren Kaffee, der Barbesitzer drängt dann aufzubrechen, die Pilgerherberge sei klein und wir sollten mit ihm fahren. Er zeigt uns noch sein Städtchen und fährt uns dann zurück zur Pilgerherberge (kostenlos), wo wir gerade noch einen Platz bekommen.
Herrliche Herberge, geführt von der Oasis Trails Foundation Doorn. Abendessen, gute Schlafgelegenheit, gemeinsames Essen, Singen. Mit Frühstück gesamt 15 Euro

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8. Etappe: Von Villamayor nach Viana (29 km)
Diese Etappe ist reich an Kunstdenkmälern.
Lerne Andrea aus München kennen, sie erzählt mir viel über den Buddhismus, abends in der Herberge liegt ein Buch auf meinem Platz (ganz zufällig) "Dalai Lama - der Weg zum sinnvollen Leben."
Interessant ist es schon: Man trifft auf dem Pilgerweg nicht nur überzeugte Katholiken, sondern auch Protestanten, Buddhisten, aber auch Atheisten.

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9. Etappe: Von Viana über Logrono, Navarrete , Najera nach Azofra (44 km)

Bis Logrono hab ich mich einer italischen Gruppe angeschlossen. Seit Logrono bin ich mit Marco unterwegs. Wir führen interessante Gespräche. Da wir gute Geher sind, beschließen wir in Navarrete noch eine Etappe zu machen bis nach Nájera. Sehr schöner Weg.

In Najera bekommen wir keinen Platz in der Pilgerherberge, auch nicht auf dem Fußboden, es heißt nur "full". Auch alle privaten Herbergen, Hotels sind ausgebucht. Marco und ich verlieren uns. Ein spanischer Pilger will mir helfen, wir versuchen unser Glück am Zeltplatz, werden aber ohne Zelt abgewiesen. Mein spanischer Begleiter wird von privaten Leuten eingeladen; ich stehe alleine da.

Ich beschließe daher, noch bis zur nächsten Herberge nach Azofra weiter zu gehen. komme erschöpft dort an, bekomme ein Bier von anderen Pilgern zur Aufmunterung (da ich aus Bayern bin). Alle sind sehr freundlich - Gegenteil zu Najera - ich erhalte Schlafgelegenheit in einer alten Scheune neben der Kirche und Herberge . Die Herberge wird von den Kölner Santiago-Freunden geführt.

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10. Etappe: Von Azofra über Santo Domingo de la Calzado nach Granón (23 km)

Heute will ich eine kürzere Tour machen. Unterwegs treffe ich wieder Marco - er hat im Freien übernachtet.
Unsere erste größere Stadt ist Santo Domingo de la Cazada. Herausragendes Denkmal ist die romanisch-gotisch-barocke Kathedrale. Ihre eigentliche Berühmtheit hat die Kirche durch einen ganz unüblichen Bestandteil - einen Hühnerkäfig. Er steht erhöht an der südlichen Westwand und enthält einen Hahn und eine Henne. Ich sehe die Tiere leider nicht, sind wahrscheinlich beim Füttern. Leider fotografiere ich nicht die Fresken oberhalb des Hauptportals - die andere Seite des hl. Jakobs: als Maurentöter.
Weiter geht es auf guten Wegen nach Granón. Die Herberge San Juan Bautista ist im Turm der Kirche, der Trockenraum liegt direkt über dem Gewölbe des Kirchenschiffes, sehr schöne und wohnliche Herberge, wird von Freiwilligen (zu meiner Zeit von einem Kanadier) geführt. Die Mahlzeiten werden gemeinsam genommen, jeder gibt freiwillig. Da der Andrang sehr groß ist, wird der Zugang zur Empore geöffnet, hier kann man auch noch schlafen.
Marco geht weiter zur nächsten Herberge.

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11. Etappe; Von Granon über Belorado und Villa Franca nach San Juan Ortega (41 km)
Heute früher Aufbruch (etwas benebelt vom guten gestrigen Wein bin ich noch). Herrliche Landschaft und nette Bekanntschaft mit Marianne.
Ich fühle mich fit und will zur nächsten Herberge nach Villafranca-Montes de Oca. Hier Schild vor der Herberge- wegen Bauarbeiten geschlossen-. Ich gehe alleine weiter nach San Juan Ortega (kleiner Ort mit 16 Einwohner). Dorthin langer einsamer Marsch meist auf einer Waldschneise (Brandschneise) entlang über die Montes de Oca. Die Herberge ist überfüllt, wir schlafen auf Matratzen am Boden. In der Pilger-Abendmesse singt ein spanischer Pilger
(Bankkaufmann) herrliche Lieder, auch später in der Herberge trägt er lustige Operneinlagen vor..
Vom Pfarrer bekommen wir eine Knoblauchsuppe spendiert.
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12. Etappe: Von Juan de Ortega nach Burgos (25 km)
Heute Nacht wieder Regen. Ich breche sehr früh auf, schlechter Weg, sehr schwerer Lehmboden. Einen Wegabschnitt müssen wir zu dritt das Moutainbike eines Radlers tragen. Ich hab das Gefühl auf Plateausohlen zu gehen. Gegen Mittag erreiche ich Burgos.
Ich sehe von der Altstadt Burgos wenig, viele Pilger wählen den Bus. Der Marsch durch Burgos ist wegen des Pflasters sehr anstrengend. Müde und hungrig komme ich in der Pilgerherberge an. Frisch geduscht und erholt gehe ich nebenan in die Uni, bekomme dort als Pilger sehr gutes, reichhaltiges und sehr preisgünstiges Essen

Ein Tipp für Leute, die es besser machen wollen: hier einen Rast- und Kulturtag einschieben !

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13. Etappe: Von Burgos nach Hornillos del Camino (20 km)

Landschaftlich herrlicher Weg.
Bekomme unterwegs Schmerzen am vorderen Riss des linken Fußes - Tendinitis diagnostiziert ein deutscher Arzt.. Mit dem Problem kämpfte ich die nächsten Tage. Gegen Mittag erreiche ich Hornillos del Camino. Gutes Essen in einer Bar mit einer deutschen Pilgergruppe aus Köln.

Dann gehe ich zur Pilgerherberge neben der Kirche, eine neuere Pilgerbleibe mit schöner Küche und suche nach einem Bett, das möglichst wenig durchgelegen ist, und behandle meinen Fuß mit kaltem Wasser und Volonimat-Salbe.

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14. Etappe: Von Hornillos del Camino nach Castrojeriz (21 km)
Eine herrliche Etappe !!
Einfache Wege, Pfade, am Schluss fast nicht befahrene Teerstrasse mit Sicht auf die alte Wehranlage. Erinnerungen an die Bedeutungen des Jakobweges im Mittelalter säumen diese Etappe:
Reste eines Hospizes, ein Pilgerbrunnen, ein Kloster mit Nischen für Wein und Brot als Wegzehrung für Pilger.
Übernachte in der "Herberge der Brüder des Camino", schöne Betten, keine Küche, etwas chaotisch der Einlass.

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15. Etappe: Von Castrojeriz nach Fromista (25 km)
Zunächst eine steile Strecke bergauf, dann geht es leicht über Fahrwege, Fußwege nach Fromista. Interessant die alte Ermita de San Niclas. Unterwegs lerne ich ein junges österreichisches Ehepaar kennen, das alljährlich ihren 14-tägigen Urlaub benutzt, um auf dem Jakobsweg zu pilgern.
Abends gehe ich in das "Medico Centro" wegen meines Fußes, ich werde für max. 2 Tage "krank geschrieben", das heißt ich kann in der Pilgerherberge bleiben (normal ist nur eine Übernachtung erlaubt).
Auch in der Herberge werde ich von allen mit guten Ratschlägen bedacht: Ein Arzt aus Brasilien gibt mir den Rat länger zu pausieren, eine Krankenschwester aus Österreich gibt mir Tabletten. Erfahre auch, dass viele Pilger ähnliche Probleme haben. Hier lege ich einen Rasttag ein.

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16. Etappe: Von Frómista nach Carrion de los Condes (20 km)
Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühn: endlose Weizenfelder, leichte Etappe, befestigte Wanderwege neben der Strasse
Ich übernachte in der Herberge der Klarissinen im Kloster Santa Clara, 4- 2 und 1-Bettzimmer, schöne Küche. Hier lege ich nochmals einen Rasttag ein.

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17. Etappe: Von Carrion de los Condes nach Ledigos (24 km)
Hab mich einer neuen Gruppe angeschlossen, oder haben wir zusammen gefunden? Ein Engländer, war bei der Army, ein Schotte, der kein Engländer sein will und der Spanier Juan Jose Martinez Dominguez (wird von allen als Doctore bezeichnet, war aber Postbeamter). Wir brechen meist getrennt auf, treffen uns unterwegs und sind wieder abends in der gleichen Herberge. Juan Jose hat für alle Probleme einen guten Rat, gibt mir immer abends Lymphdrainage am schmerzenden Fuß, macht es fantastisch gut.
Juan hat einen netten Eintrag in mein Gästebuch geschrieben !
Unterwegs und auch in Ledigos treffe ich wieder Bernadette mit Freundin und Hund. Der Hund trägt seine Ausrüstung = Proviant selber..

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18. Etappe: Von Ledigos über Sahagún nach Bercianos Del Real Camino (27 km)
Unterwegs sieht man viele Adobe-Bauten - aus Lehm gebaute Wohnhäuser und Kirchen.

Übrigens: der eiserne Pilger vor der Pilgerherberge meint, ich solle doch nicht so große und lange Märsche machen, das sei nicht Sinn der Pilgerschaft. Ich versöhne ihn aber, als ich sage, warum ich Bercianos del Real Camono erreichen möchte.
Ich marschiere in der Mittagshitze durch, bin total erschöpft, als ich diese Herberge erreiche.
Franz. Ehepaar führt Herberge in Bercianos, sehr schön, Essen, im Freien beten, Frühstück. Ich mag das gemeinsame Erlebnis, miteinander Reden, Essen und Beten.

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19. Etappe: Von Bercianos Del Real Camino nach Mansilla de las Mulas (27 km)
Man geht hier
einen herrlichen Pilgerweg, einen echt königlich privilegierten Camino. Unterwegs roter Lehm, Riesenfelder.
Städtische Herberge in Mansilla, wird von einem Deutschen (ich glaub Düsseldorfer) geführt, ist überfüllt, bekomme trotzdem noch einen Platz, man rückt zusammen, schöne große Küche.
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20. Etappe: Von Mansilla de las Mulas nach Leon (19 km) Breche sehr früh auf, will möglichst bald in Leon sein, um mir in Ruhe diese herrliche Stadt anschauen zu können und will kurzfristig dort die Entscheidung treffen, ob ich meine Pilgerwanderung abbreche.
Komme gegen Mittag in in Leon an, es ist sehr ruhig dort, bald weiss ich warum: die meisten sitzen beim fernsehen,
der spanische Kronprinz heiratet, die Hochzeit wird im Fernsehen übertragen
Ich komme ziemlich humpelnd an, mein linker Fuß schmerzt, ich schau mir noch die Stadt an, beschließe meine Pilgerwanderung zu unterbrechen, gehe zum Bahnhof und fahre nach Hause.

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06.Spetember 2004
In der Zwischenzeit hab ich einen kurzen Spanisch-Kurs an unserer VHS gemacht. Jetzt kann ich mir korrekt meinen bocadillo con jamon <kon chamon> bestellen, statt <bocodillo de jamas> -- bekomme aber trotzdem das Gleiche.
Diesmal hab ich mir ein Flugticket von München nach Madrid gekauft, mit Rückflug von Vigo (gesamt 254 €).Tipp von Peter, Merci !
Abflug vormittags in München, komme abends mit dem Talgo in Leon an, ich kann so am nächsten Tag mit dem Camino beginnen.

Im Zug habe ich mir ein Zimmer im Hostal do Suero (Leon) bestellt, sauber und korrekt, Einzelzimmer 20 €. Die Herberge ist sehr zu empfehlen, Nähe Altstadt, gute Einkaufsmöglichkeit.


21. Etappe: Von Leon über Villadangos del Páramo nach Santibánez de Valdeiglesias (43 km)
Ich breche sehr früh auf zum zweiten Teil meines Jakobsweges. Ich wähle den direkten Weg Richtung Hospital de Órbigo. Lerne nettes Ehepaar aus Norddeutschland kennen, freu mich über die schmackhaften Gaben eines älteren spanischen Ehepaares für die Pilger.
Mich belastet die nahe Fernstrasse N 120 wenig, hab immer jemand, mit dem ich diskutieren kann.
Ich überquere den Rio Órbigo auf der herrlichen, langen, sanft geschwungenen Brücke.
Dann gehe ich noch weiter Richtung Santibanéz de Valdeiglesias, ich liebe kleine Herbergen außerhalb der bekannten Orte.
Irgendwie verliere ich den richtigen Weg, zumindest stimmt die Route nicht mit meinem Führer überein, komme aber trotzdem richtig an. Ich bin aber enttäuscht von dieser Herberge, total durchgelegene Matrazen, bekomme auch keinen Kontakt zu den wenigen Pilgern

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22. Etappe: Von Santibánez de Valdeiglesias über Astorga nach Rabanal del Camino (32 km)
Nach 12 km bin ich in Astorga, bis hierher ist der Weg noch leicht und flach.
Astorga ist bekannt durch die Kathedrale mit dem riesigen Hochaltar und Figurenfülle (für mich fast ein wenig erdrückend, zu dunkel) und den herrlichen Bau des Bischofsitzes.
Nach Astorga wird der Weg langsam steiler, für einen Bergwanderer ein sich steigernder Wandergenuss.
Nachmittags komme ich in Rabanal del Camino an, gehe zu der Herberge Refugio Gaucelmo der englischen Confraternity of Saint James.
Hier gefällt es mir, ich hab Kontakt zu den übrigen Pilgern, herrliche Küche.
Gleich nebenan ist ein Kloster der Benediktiner (St. Ottilien ? ) und die schöne, alte Kirche Ermita de San José.
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23. Etappe: Von Rabanal del Camino nach Ponferrada (34 km)
Der Weg über den Montes de León, mit dem Pilgerkreuz Cruz de Ferro als Zeichen und Denkmal der Pilgerschaft ist eine der schönsten und eindruckvollsten Abschnitte des Camino de Santiago.
Wieder hab ich unterwegs interessante Leute getroffen.

Mein Ziel ist diesmal Ponferrada, mit neuer Pilgerherberge, sehr gut, Küche, Internet (gratis), herrliche Kirche im Herbergskomplex

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24. Etappe: Von Ponferrada über Villafranca del Bierzo nach Trabadello (32 km)
Diesmal bin ich mit einem netten Schweizer unterwegs, den ich in Ponferrada traf.
Die heutige Etappe geht durch hügelige Weinberge nach Villafranca del Bierzo, das kleine Santiago, die ganz auf Pilger eingestellte Stadt.
Da ich noch fit bin, gehe ich weiter nach Trabadello. Hier wähle ich den direkten Weg auf der N VI. Der Strasse ist wenig befahren, und bis auf eine kleine Strecke mit breiten Seitenstreifen (ich hoffe, ich erinnere mich richtig: getrennten Seitenstreifen) versehen.
In Trabadello ist eine neue Herberge, ich bin alleine in Vierbettzimmer, herrlich - kein Schnarcher !! Die Küche ist noch nicht fertig, sehr modern, empfehlenswert, Internet-Zugang.
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25. Etappe: Von Trabadello nach Triacastela (40 km)
Heute hab ich eine schwere Etappe, aber auch die schönste und interessanteste vor mir.
Höhenprofil: Trabadello 578 m, O Cebreiro 1250, Alto de Polo 1337 m, Triacastela 671 m.
Besonders interssant:
O Cebreiro: bedeutender Wallfahrtsort, echtes Bergdorf und Tourismuszentrum.
Ab der Grenze nach Galizien beginnen die Entfernungsangaben für Santiago, jeder Kilometerstein markiert einen Kilometer weniger bis zum Pilgerziel.
Die Gemeindeherberge (Zelte) in Triacastela soll nicht gut sein, daher suche ich mir eine private Herberge (albergue privado):
Albergue "Berce do Camino", günstig (6 €), moderne Küche, sehr empfehlenswert.
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26. Etappe: Von Triacastela über Sarria nach Portomarin (39 km)
Eine Etappe durch Bauerndörfer, über grüne Hügel, Wasserläufe werden auf Trittsteinen gequert.
Herrlicher Blick von Vilache auf den Stausee. Die Herberge ist sehr gut, moderne Küche - aber kein Geschirr und kein Besteck.
Die Kirche San Juan dominiert den Ort, soll kunsthistorisch hohen Wert haben, ist bei meiner Ankunft leider schon geschlossen.
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27. Etappe: Von Portomarin nach Palais de Rei (24 km)
Einen leichten und letzten Höhenrücken muss ich überwinden, einen herrlichen Ausblick auf das Minotal habe ich beim Verlassen von Portomarin.
Auch die ersten schnell wachsenden Eukalyptusbäume (-Wälder) sieht man, dessen giftigen Blätter alles um sich abtöten.
Die Pilgerherberge in Palais de Rei neben dem Rathaus ist neu renoviert. Geht man 50 m weiter zu einer Bar, so kann man für 7 € ein köstliches Pilgermenü (Fisch) mit 1/2 l Rotwein genießen.
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28. Etappe: Von Palais de Rei nach Arzúa (29 km)
Zahlreiche Bachtäler und Dörfer im Tiefland Galicien durchquere ich. Überall sehe ich die schönen hórreos, die typisch galicischen Maisspeicher. Gegen Mittag komme ich in Arzúa an. "Kein Platz mehr" heißt es in der Pilgerherberge, aber Dank meines Alters (ehrlich: meines Jammerns) bekomme ich doch noch einen Platz. Mit einem jungen evangelischen Pfarrer mit Freundin führe ich noch interessante Gespräche.
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29. Etappe: Von Arzúa über SAN Marcos/Monte de Gozo nach Santiago de Compostela (41 km)
Diese letzte Etappe ist ganz Pilgerweg.
Ich treffe Hans, wir gehen miteinander diese letzte Etappe bis Monte de Gozo.
In Monte de Gozo melde ich mich für eine Unterkunft an, ich bekomme für mich ein 8 Bett-Zimmer alleine. (Grund: siehe letzte Nacht)
Dann gehe ich mit leichterem Gepäck nach Santiago de Compostela. Kurz vor der Stadt treffe ich zwei Deutsche (evangelische Pfarrer), die aus Deutschland mit dem Fahrrad bis nach Santiago fuhren. Sie zeigen mir das Wichtigste der Stadt auf dem Weg zur Kathedrale, vor der Treppe zur Kathedrale lassen sie mich alleine mit den Worten "den letzten Weg wollen Sie sicher alleine gehen".
                     Urkunde

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30. Etappe: Santiago de Compostela
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