Pilgerwandern
Bregenz - Lausanne (Genfer See)
 

1. Etappe: (10.08.2005) Von Bregenz über Rorschach nach St. Gallen (45 km)

Fahrt mit der Bahn nach Bregenz.
Hier beginnt meine Pilgerwanderung durch die Schweiz, mein erstes Ziel ist St Gallen. Zunächst gehe ich am Ufer des Bodensees entlang, "suche" meinen Weg durch Höchst und überquere die Grenze in Gaißau. Weiter nördlich der Autobahn Richtung Rorschach. In der Raiffeisen Bank in Oberrorschach bekomme ich nicht nur Franken sondern auch viele Tips und Infos für den weiteren Wegverlauf. Von hier aus gehe ich Richtung Rohrschach über das Bahngleis, dann gleich links unter der Unterführung Bahn und Autobahn auf dem Weg links der Autobahn nach St. Gallen. Von einem Busfahrer erhalte ich Auskunft wo die JH ist, er wundert sich dass ich die 2 km gehen will, immer der Oberleitung entlang nach bis zur Haltestelle "Singerberg", dann links eine kleine Anhöhe rauf; ziemlich lange Tour am 1.Tag.
Schlafe wieder in einer JH (Jugendherberge) nach ca. 40 Jahren !!

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2. Etappe: Von St Gallen über Herisau nach Wattwil

Am Morgen besichtige ich die Kathedrale, die als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO steht, bewundere die Altstadt mit ihren schönen Gassen, die reich verzierten alten Kaufmannshäuser und verlaufe mich zum ersten Mal - habe die Jakobsmuschel als Wegweiser verloren.Weiter gehts dann über Bruggen mit ihren vielen Brücken. Weiter dann über Herisau südwärts, durch das Glatttal auf den Nieschberg mit schönem Rundblick. Ich wandere an Schwellbrunn vorbei nach St Peterszell - und Hofstätten mit seinen schönen Bauernhäusern nach Wattwil. Das Kloster ist von weitem sichtbar, mein Übernachtungsziel. Ich habe mich tagsüber bereits für die Übernachtung im Kapuzinerinnenkloster St. Maria der Engel angemeldet.

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3. Etappe: Von Wattwil über Schmerikon nach Tuggen

Zunächst hab ich Orientierungsprobleme, finde aber doch den weiteren Weg über die Burg Iberg. Am Anfang geht es ziemlich lange bergauf zum Laadpass (besser 10x fragen, als einmal falsch (aufwärts) gehen). Mein Ziel wäre Lachen am Zürichsee gewesen. Heute tu ich mich schwer mit dem Gehen, erste Blasen, die Füße tun weh. Ich ruhe mich ziemlich lang in Schmerikon am Zürichsee aus. Kurz nach Tuggen (Stadt) verliere ich meinen Pilgerweg. Einen Bauern frage ich nach dem Weg und ob ich im Stroh übernachten kann. Normal nicht, meint er, er macht es aber für mich: Ich bekomme alleine ein bequemes Bett, herrliches Abendessen und Frühstück. Erhalte schönen Eintrag in meinen Pilgerausweis "Geschlafen im Stroh bei Fam. Schätti-Uhr Müslihof , Tuggen"

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4. Etappe: Von Tuggen über Einsiedel nach Alpthal

Zunächst gehe ich durch Lachen, der Wanderweg ist schlecht ausgeschildert. Ich frage einen Radfahrer was dort auf dem Bergrücken für eine Kirche steht. Er meint: da müssen Sie rauf gehen, das ist ein Kraftpunkt. Ich besichtige die St.Johann Kapelle, ich bin allein, hier kann ich beten.
Die Kapelle St. Johann ist Johannes dem Täufer geweiht. Das Fest wird am 24. Juni gefeiert. Weitere Angaben zur Kapelle finden Sie im Internet. Vielen Dank an Sr Bernadette vom Kloster Ingenbohl für diese Infos.
Dann geht's weiter durch einen alten Bauernhof, drei Gänse und ein Hund verstellen mir den Weg. Eine Gans geht auf mich los, ich kann sie mit dem Schuh abwehren, dann geht der Hund auf mich los - ich setze Pfefferspray ein, der Hund ist verwirrt und geht jetzt auf die Gänse los, ich sehe Federn fliegen und suche schnell das Weite.
Nach dem Bauernhof von Oberschwändli, wo sich der Pilgerweg mit dem von Konstanz vereint erreiche ich den Etzelpass mit Kapelle St.Meinrad und mache Pause im benachbarten Pilgergasthaus St. Meinrad. Weiter geht es über die Teufelsbrücke nach Einsiedeln, das wichtigste Pilgerzentrum der Schweiz. Ich besuche die Klosterkirche, fühle mich im Trubel nicht wohl, gehe nach kurzem Verweilen in Richtung Alphtal. Übernachtung bei Astrid und Walter Schulter, wo ich Sabine, Wolfgang und Andreas treffe.
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5. Etappe: Von Alpthal nach Brunnen

Heute bin ich mit der Gruppe unterwegs. Wir meistern den Haggenegg Passübergang, 1414m, höchster Pass des Jakobswegs in der Schweiz, herrlicher Ausblick nach Osten auf den Hoch-Ybrig, vor uns liegt der Große Mythen und Kleine Mythen. Andreas (ev. Priester) stimmt einige Pilgerlieder an, unsere gesangliche Begleitung ist aber alles andere als gut. In Schwyz erwartet uns ein gewaltiger Platzregen, wir erreichen gerade noch ein Restaurant zum Unterstehen. Weiter geht es nach Brunnen, wo wir im Kloster Ingenbohl übernachten.

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6. Etappe: Von Brunnen nach Stans

Heute ist das Wetter sehr unbeständig, Wir nehmen daher das Schiff nach Beckenried, immer wieder Regen, wir erreichen durchnässt unsere nächste Unterkunft in Stanz. Sabine, Wolfgang und Andreas schlafen im Stroh bei Paul und Maria Wasser-Lussi, ich unterbreche meine Pilgerwanderung

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7.Etappe: Von Stans nach Niklausen

Wieder erster Tag einer Pilgerwanderschaft. Zunächst muss ich mich in Stans durchfragen. Die Strecke nach Flüeli ist auch als Bruder-Klausenweg ausgeschildert. Eigentllich eine schöne Wanderung, wären da nicht die Wolken am Himmel. Aus diesem Grund gehe ich etwas zügig. Schöne Bauernhäuser, die Ruhe und Gemütlichkeit ausstrahlen. Ich bin durstig, hab kein Wasser mehr, gehe durch ein neuerbautes Gebäude, will mir Wasser betteln. An der Rezeption bekomme ich Wasser: Ich bin im "Haus der Stille und Begegnung"
, geführt von den Dominikanerinnen von Bethanien. Als Jakobspilger kann ich günstiger übernachten. Das nennt man Glück des Pilgers. Empfehlenswert !!

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8. Etappe: Von Niklausen nach Brienz

Ich breche gleich nach dem Frühstück auf. Zunächst heftige Regenschauer, dann den ganzen Vormittag immer wieder leichter Regen. Nach kurzem Marsch gehe ich hinab in den Ranft, der tiefen Schlucht des Flusses Melchaa, zunächst komme ich über eine schmale Brücke über den Fluss zur unteren Ranft-Kapelle, dann etwas bergauf ist die Klause mit der oberen Ranftkapelle. Der Weg führt weiter über Sachseln, dann neben der Eisenbahnlinie am Sarner See entlang zum Lungener See über Obsee zum Brünigpass. Wetter wird besser. Nach dem Pass geht es steil nach unten, der Weg erinnert mich an die spanischen Pilgerwege. Plötzlich in Brienzwillen ein heftiger Lärm. Zwei Militärmaschinen führen Übungen durch, katapultieren senkrecht in den Himmel, dann im Sturzflug wieder nach unten. Wahnsinn! Übernachte in Brienz in der Jugenherberge, sehr günstig. 8 Bettzimmer, klein aber sehr ruhig. Schlafe prima.

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9. Etappe: Von Brienz über Interlaken nach Merligen

Ich plante hier einen Erholtag und wollte mit der Rothorn Bahn auf das Rothorn (2350) fahren.
Leider ist heute kein schöner Tag, stark bewölkt, leichter Regen. Daher pilgere ich weiter. Bis Niederried gehe ich der Hauptstrasse entlang (schmaler Seitenstreifen), dann den oberen Weg, fast alpin, mit einer alten Ruine. Ich erreiche Interlaken, bin froh die noble Stadt in Unterseen zu verlassen. Wieder kurz Landstrasse, zunächst gehe ich bis zu den bekannten Beatushöhlen. Übernachte im Gasthaus "Zur Linde"

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10. Etappe: Von Merligen über Thun nach Riggisberg

Weiter geht es über Thun, schöne alte Stadt. Der Pilgerweg ist schlecht ausgeschildert, muß oft nach dem Weg fragen. Besuche die Kirche in Wattenwill,die ganz auf die Pilger eingestellt ist. In der Kirche gibt es Wasser und was zum knabbern. Der Weg nach Burgisstein ist eigentlich nicht steil, der Anstieg ist trotzdem anstrengend - ich hab schon einige Kilometer hinter mir. Herrliche Aussicht auf die Berge (Jungfrau, Mönch..) .Ich übernachte im Stroh bei Rudolf & Christine Böhlen-Lüscher, Mutiboden. Schade, dass ich so müde bin. Trotzdem besuche ich den Spiralenweg für Pilger. Für die Füße sind versch. Beläge, Holzspäne, Sand, Heu, eine Wanne mit Heilkräuern im Zentrum für ein Fußbad - eine Wohltat. Die Unterkunft ist zu empfehlen, sie liegt etwas abseits des Pilgerweges, man kann aber die Strasse weitergehen und kommt so wieder auf den markierten Weg.

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11. Etappe: Von Riggisberg nach Freiburg

Hab mich gut erholt, heute ist der Pilgerweg wieder ein echtes Erlebnis. Über Eilisried erreiche ich Schwarzenburg. Neben der Kirche in der Junkerngasse ist das Info Center Jakobsweg, habe nettes Gespräch mit dem Leiter. Weiter geht es nach Tafers. Auch hier habe ich nettes Gespräch mit Pilgerin aus München. Nach Tafers treffe ich Andrea aus Bern. Sie will auch den Jokobsweg pilgern, macht zunächst nur Tagesetappen. Die Zeit bis nach Freiburg vergeht wie im Flug, Andrea zeigt mir auch das wichtigste von Freiburg. Es ist erstaunlich, man überschreitet den Fluss Saane über eine Brücke, unten die alte Stadt und plötzlich hört man nur noch französische Laute.

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12. Etappe: Von Freiburg nach Romont

Der Weg aus Freiburg ist dank meines Führers "Outdoor Schweiz: Jakobsweg" sehr leicht. Ich erreiche das 2.5 m große Jakobskreuz und damit meinen Jakobsweg,
gehe den Hauptweg, überquere die interessante alte Steinbrücke und erreiche die Kapelle St. Apolline. Kurz vor Romont bin ich froh, dass mich ein Autofahrer mitnimmt, 2 Km - war erschöpft von den großen Touren der letzten zwei Tage. Die Stadt wird von einem mittelalterlichen Kern geprägt. Interessant ist auch die Stiftskirche Maria Himmelfahrt Hier finde ich einen Zettel mit Übernachtungsmöglichkeiten für Jakobspilger, kann aber telefonisch niemand erreichen. Da hilft mir die Messnerin, sie vermittelt für mich eine schöne Herberge - ein ganzes Haus für mich alleine.

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13. Etappe: Von Romont über Moudon nach Lausanne (Genfer See)

Breche früh in Dunkelheit auf - ich will heute noch Lausanne erreichen, bis dorthin gibt es keine günstige Übernachtungsmöglichkeit.
Bis Moudon lege ich einen Gewaltmarsch hin, ich brauche für die 14 km 2 1/2 Stunden.
Moudon liegt am Fluss Broye. Herrliches mittelalterliches Stadtbild. Mir gefallen besonders die alten gemütlichen Hauser beim Ortsausgang. Mein Weg führt zunächst entlang der Broye nach Bressonaz. Weiter geht es durch Vucherens und Montpreveyres. Befestige Feldwege, eine Schlucht muss durchquert werde, eine herrliche Wanderung. Endlich ein Hinweischild "Lausanne". In Epalinges führt der Weg zur malerisch auf einem Hügel thronenden Kapelle St. Laurant, von wo man einen schönen Blick auf den Genfer See haben soll; leider ist die Sicht aber etwas verbaut. Von der Kapelle ist es nur ein kurzer Weg bis zur Kathedrale im Zentrum von Lausanne.
Von hier fahre ich mit dem Bus zu meiner Unterkunft "Lausanne Guesthouse Backpacker", 2 Min vom Bahnhof entfernt.

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Lausanne

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